Tobias' Gedanken

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in memoriam memorandum

Ein Leben ohne Möpse ist schon sinnlos - aber was machen wir nun?

Auf den Tod Vicco von Bülows

Krawehl, Krawehl! - nun ging er fort
und ließ uns stumm zurück.
Sein Körper ging, sein Witz der bleibt
erhalten uns zum Glück.

So stand er witzlos da am Tor
und klopfte zaghaft an.
Die Tür ging auf, dahinter stand
ein bartumrauschter Mann

der ihn mit "Sagen Sie jetzt nichts"
begrüßt und lächelnd ihn umarmt
und als er schweigt zu guter Letzt
sich großherzig erbarmt.

"Sag an, mein Freund, was stehst Du da
Die Nase weiß wie's Hemd?
Weil Tod kein Ding von Komik ist
fühlst Du Dich hier wohl fremd?

Doch wer, wie Du, die Menschen liebt
und jeden lachen macht
-über sich selbst, den Mensch an sich-
und Herzen leichter macht -

Wohlan, der kommt -auch ohne Witz-
nur zu verdient hier rein."
Sprachs, greift den Arm, und flüstert leis:
"Die Ente darf mit rein."
23.8.11 17:51


Franz Kölling (*2.11.1914, + 18.8.1978)

Franz Kölling, wurde am 2.11.1914 in Essen-Altenessen geboren. (Bekenntnis: r.-kath. Vater von acht Kindern.)

Sein Abitur machte er 1937 am St-Michael-Gymnasium in Münstereifel, und studierte von 1937-1939 an der Hochschule für Lehrerausbildung Bonn, 1937-1939. Seine 1. Lehrerprüfung legte er am 1.4.1940 in Dortmund ab. Da er sofort nach dem Studium als Soldat eingezogen wurde konnte er die Prüfung erst im Urlaub machen. Daher konnte er auch seine erste vorgesehene Stelle im Siegerland nicht antreten.

Nachdem er im August 1945 in Weeze aus der Gefangenschaft entlassen wurde erhält er in Eckmannshausen (Kreis Siegen) seine erste Stelle als kommissarischer Schulleiter einer Volksschule, wo er bis 1948 bleibt. Zu Beginn unterrichtet er 102 Kinder - schichtweise.

Ostern 1948 zieht Familie Kölling dann nach Hau und Franz Kölling legt in der Johannis-Schule am 26.10.1948 die 2. Lehrerprüfung ab.

In dieser Zeit wird nicht weit entfernt im kriegsverwüsteten Reichswald eine immense Fläche gerodet - drei neue Gemeinden entstehen. Für die Siedler ist es nicht einfach: Innerhalb der Siedlungen mußten Familien unterschiedlichster Herkunft auf engerem Raum als vor dem Krieg zusammenleben und sich arrangieren. Der Boden war für die Bauern anders als gewohnt - ganz zu schweigen von der sehr eigenen Mentalität der mißtrauischen Klever Eingeborenen. "Wir fühlten uns als Fremde unter Fremden in der Fremde." bringt es ein Bewohner der Reichswaldsiedlung auf den Punkt. Später wird Franz Kölling "St. Michael" als Namen für die Schule vorschlagen, ein Erzengel, der nicht nur Bekämpfer des Bösen sondern auch auch der Schutzpatron aller Deutschen ist. Die Dorfversammlung nimmt den Vorschlag einstimmig an und der Erzengel wird neben Christus der 'zweite Eckstein der Reichswaldsiedlung'.

Am 1.7.1952 wird der Grundstein für eine Schule in der jungen Reichswaldsiedlung gelegt, die am 16.4.1953 fertiggestellt wird. Nach einem Gottesdienst in der Kirchenbaracke findet der erste Schultag statt. Die offizielle Schlüsselübergabe findet am 13. Mai in einer besonderen Feier statt.

Franz Kölling wird bereits am 1.4.1953 zum Hauptlehrer befördert und wird Schulleiter in Reichswalde. Zusammen mit zwei weiteren Lehrern (Herrn Ashauer und Frl. Kurtz) leitete er drei Klassen, die 8 Jahrgänge umfassten, - immerhin 40-50 Schüler pro Klasse. Für einige Zeit fährt er täglich mit dem Fahrrad von Hau nach Reichswalde, da sein Haus noch im Bau ist - immerhin 5 km Luftlinie. Erst am 15. August zieht die Familie in das neue Haus am Kattenwald ein.

Franz Kölling liebte Musik - und besaß eine eigene Heimorgel. Zudem war er jahrelang Organist der Kirchengemeinde. Zwölf Jahre lang leitete er den Kirchenchor, den er gründete, war Organist, Lektor und Rendant, also Rechnungsführer des Kirchbauvereins. Er war Leiter der Landwirtschaftlichen Berufsschule Reichswalde. Und zog einige Jahre zusammen mit seiner Frau als Puppenspieler über Land. Dazu hat er eigens einen Kurs in Altenberg bei den Hohensteinern belegt. Sein Puppentheater mit Hohensteiner Figuren aus Hamburg setzt er auch im Unterricht ein, und bringt damit auch schüchterne Kinder zum Sprechen oder belebt eine Unterrichtstunde...

Als Lehrer hat er sich voller Leidenschaft einer verständnisvollen Pädagogik 'nach neuzeitlichen, wissenschaftlichen Erkenntnissen' verschrieben: Anstelle ein Wissenspaket in den Schüler hineinzuzwängen will er viele verschiedene Anknüpfungspunkte bieten. Damit bei so den Schülern individuell durch echtes Interesse Neugier geweckt wird. Montagsmorgens liest er seiner Klasse zunächst ein Stück aus einem Buch fort - und am Wochenende beendet er die Schulwoche mit gemeinsamem Singen, dem er grundsätzlich eine große Bedeutung zumißt. Und die Verbindung von theoretischem Lernen und praktischer Anwendung scheint ihm ebenfalls am Herz zu liegen. Die fünf Tage-Schulwoche befürwortet er - und sieht dabei wohl auf die Schüler, die Samstags ihren Eltern auf dem Feld helfen könnten.

Statt erst im Frühjahr 1979 in den Ruhestand zu gehen entscheidet er sich -zumindest für die Außenwelt unerwartet- für einen Abschied am 31. Juli 1978, nach ganzen 25 Jahren Schuldienst. Bei den Abschiedsfeierlichkeiten ist er unter den Offiziellen einer der wenigen in kurzen Hosen. Und plant seinen Ruhestand: Heimorgel spielen will er - und radelnd den Niederrhein erkunden - und bekommt daher von seiner Frau ein neues Fahrrad zum Abschied geschenkt.

Aber dazu kommt es nicht mehr. Am 14.8. sieht er von seinem Fenster aus die Kinder des Dorfes zum ersten Schultag gehen - kurz darauf hat er einen Herzinfarkt. Er stirbt am 18.08.1978.

- - - - -
Außer dem Todesdatum habe ich alle Inhalte schriftlichen Quellen entnommen. Dies ist ein erster Versuch mich meinem Großvater anzunähern, den ich persönlich nie kennengelernt habe. Die verwendeten Quellen sind im Folgenden aufgelistet, die Zeitungsartikel in der Schulchronik waren noch nicht den Zeitungen zuzuordnen.

- Chronik der Katholischen Volksschule St. Michael Reichswalde. Angefangen am 16. April 1953.

- K. Reiter, Vollerwerbs-Siedlung auf Rodungsland im Reichswald in: Die Vertreibung der ostdeutschen Bauern und ihre Eingliederung (Schriftenreihe für ländliche Sozialfragen 123), Göttingen, 1995, 198-204.

- Gemeinden Nierswalde und Reichswalde (Hg.), Wald, Scholle, Heimat - 10 Jahre Reichswaldsiedlung, Goch 1960.
25.6.10 19:43


Michael Jackson - das unverstandene Kind

"Have you seen my Childhood?
I'm searching for the world that I come from
'Cause I've been looking around in the lost and found of my heart...
No one understands me - They view it as such strange eccentricities...
'Cause I keep kidding around like a child, but pardon me...

[...] Before you judge me, try hard to love me,
Look within your heart then ask,
Have you seen my Childhood?"
[Michael Jackson, Childhood]


Nach Michael Jacksons Tod ist eine tatsächlich unglaubliche Welle an Trauer und Nachrufen losgebrochen. Und ließ mich seltsam unberührt. Er hatte nie eine so große Rolle in meinem Leben.

Denen, die sich eine Meinung zu ihm bilden wollen ist hiermit die Dokumentation empfohlen, die Arte vor einiger Zeit schon anfertigte (Michael Jackson – die ganze Wahrheit" noch einige Tage im Livestream von Arte verfügbar). Im Gegensatz zu schnell zusammengeschnitteten Beiträgen scheint sie tiefer zu graben - und auch die dunklen Stellen in seinem Leben angemessen zu beleuchten. Seltsamerweise wird mir erst durch die Dokumentationen bewußt, wieviele seiner Songs ich "im Hintergrund" gehört habe. Mit charakteristischen Riffs, prägnanten Rhythmen. Und ich bin plötzlich ein wenig berührt.

Und als ich "Childhood" wieder höre geschieht genau das was er beschreibt. Der Text löst persönliche Erinnerungen aus. Und zugleich verknüpft er sich immer näher mit seinem eigenen Leben. Ich habe dieses Lied tatsächlich ziemlich oft gehört - und wegen seiner leisen Haltung mehr gemocht als andere von ihm.

Vermutlich ist alles in diesem einen Lied, was man über Michael Jackson tatsächlich sagen könnte - und vor allem alles, was er selber sagen konnte. Mich interessieren die düsteren Chronologien eines "Abstiegs" nicht, mich interessieren auch die um Präzision bemühten Beschreibungen seines Todes nicht. Für mich bleibt eine Figur zurück, die eine Mischung der Extreme war und genau das sein wollte. Als Kunstfigur war kaum noch auseinanderzuhalten, ob sie schwarz oder weiß war, Mann oder Frau, Kind oder Erwachsener. Und mir scheint fast, der Vergleich mit Presley - so nahe er liegt - ist doch nicht ganz der richtige. Stattdessen ein anderer: Chaplin.
1.7.09 14:14


Karl-Michael Vogler (28.8.28 - 9.7.09)

Day 203 - Karl-Michael Vogler (28.08.28-09.07.09)

Sehr spät erst hatte ich Karl-Michael Vogler bewußt wahrgenommen - und dabei muß ich ihn mindestens zweimal vorher schon gesehen haben: In den "Tollkühnen Männern in den Fliegenden Kisten" die ich irgendwann in den neunzigern gesehen haben dürfte - und in dem Rühmannfilm "Ein Mann geht durch die Wand" - den ich sicherlich noch früher sah. Aber da blieb er bei mir nicht hängen.

Stattdessen umso mehr in der grandiosen Verfilmung meines seit Kindesbeinen heißgeliebten Orientzyklus von Karl May. In "Kara Ben Nemsi Effendi" spielte Vogler nicht etwa Kara Ben Nemsi - er war der unbesiegbare Held von Kopf bis Fuß. Einige Zeit später fiel mir auf, was ihn ausmachte: Seine Stimme.

Mit unverwechselbarer Stimmfärbung und sanft gesetzten Betonungen las er Pinnochio oder auch selbstausgewählte Geschichten vor. Stundenlang kann ich ihm zuhören, wie er von Person zu Person wechselt, mal mit der Schläue eines Fuches, mal mit dem Ton eines Oberlehrers, mal mit der Verschlagenheit eines Gauners - und mal mit der ungeschminkten Naivität eines Kindes. Sauber wird da unbewußt gegliedert und die Geschichte wächst wie ein Baum mit seinen Zweigen - niemals steht die Struktur als künstlerisches Konzept im Vordergrund - aber im Hintergrund hält sie die Fäden zusammen. Denn Vogler weiß was er da erzählt. Und läßt sich Zeit ohne gelangweilt zu wirken. Denn gehetzt vorgelesen ist nichts wert.

Grob geschätzte 300 Fernsehrollen, dazu unzählige Auftritte am Theater und in Hörspielen und Lesungen - er war ein unglaublich aktiver Mensch - und dabei doch so überzeugend natürlich. Es war etwas zielstrebiges an ihm in vielen Rollen - und auch ein Eindruck von Schläue, mit der er seine Rollen bereicherte.

Vermutlich hätte ich ihm auch in den nächsten zwanzig Jahren kaum jemals begegnen können - und trotzdem ist da dieses Gefühl, das mir sagt: Zu spät. Jetzt geht es auf keinen Fall mehr.

Ich werde ihn wohl immer als schwarzbärtigen Kara Ben Nemsi erinnern - in allen anderen Rollen wirkte sein Kinn auf mich ungewohnt kahl. Die dunklen Augenbrauen und ein freundliches Lächeln hingegen waren die Merkmale mit denen ich ihn in letzter Zeit immer sofort erkannte. Erst neulich sah ich ihn in der ersten Folge von "Sonderdezernat K1" - oder in der Trilogie "Verräter". Sein Gesicht war für mich familiär geworden. In seinen Filmen wirkte er wie ein Vater, in seinen Lesungen wie ein Großvater auf mich. Als Kara Ben Nemsi war er in Tat und Wort mein Vorbild - in seinen anderen Rollen ein bewundernswerter Schauspieler.

Und wenn es einen Himmel gibt, dann hoffentlich keinen mit Wolken und Harfen. Denn zwei Sachen wird er da oben brauchen: Platz zum Bewegen - und andere Menschen.
10.6.09 02:16


Kurt Demmler - 'Wer kennt die Wüste'

"nun freunde werdet still bevor ihr geht
und wo noch jemand einzeln neben einzeln steht
da seht einander an und wenn ihr euch gefallt
dann sagt es euch und werdet lieb und werdet alt"
[Kurt Demmler, Liebeslied am Schluß]



Damals, als ich noch in der Oberstufe war, wühlte ich regelmäßig in der CD-Ramschkiste unseres Elektrogroßhandels. Und stieß dort eines Tages auf eine merkwürdig alte, scheinbar selbstbemalte CD mit dem Potrait eines bärtigen Sängers, gelb gerahmt und mit einem gezeichneten Flugzeug versehen. Die Songtitel verstrahlten einen eigenen Charme. Und als ich mein neugekauftes Fundstück anhörte stieß ich auf eine Musik, die ich spontan zu lieben begann.

Denn da singt einer seine eigenen Lieder. Ohne Allüre, ohne Berechnung. Dem einen mags zu schnulzig sein, dem anderen zu handgemacht, dem nächsten gefällts vielleicht sogar mehr als mir - denn der 'Ost'-Kontext fiel mir gar nicht auf, ich liebte die Lieder allein wegen ihren Texten und wegen ihrer Arrangements, die nach "handgemacht" klangen und doch einen ausgeklügelten musikalischen Spielsinn verströmten. Hier sangeiner, der sich einen Dreck um Konventionen von Coolness und Verkafbarkeit schrerte - und stattdessen persönlich Kommentare in wunderbare Songs packte. "Liebe überlebt uns" ist einer meiner persönlichen Ohrwürmer, dicht gefolgt von "Ich bin mehr Mensch als ich weiß" und "Manchmal wär ein Leher fairer".

2005 stieß ich dann auf seine Internetpräsenz, las dort etwas von einer Abschiedtournee für die er noch junge Musiker suchte - und schrieb ihm mutig ein paar Absätze. Aufgrund der Entfernung, so schrieb er zurück, sei das etwas unpraktisch, er neige zum Perfektionismus, darum bräuchte er mehrere regelmäßige Proben vorher - aber ich sei jederzeit eingeladen. Und dann noch der Satz, der mich vor Stolz beinahe platzen ließ: habe eben deinen text "für sonja" gelesen und bin beeindruckt. kann man das ding mal gesungen hören?

Überschwänglich schickte ich ihm nicht nur eine mp3 (und er saß da mit langsamstem Modem) sondern auch ein paar Links zu anderen Texten von mir - und wurde mit etwas belohnt, was ich mit der Zeit immer mehr zu schätzen lernte, damals aber schon als auffällig wahrnahm. Mit Ehrlichkeit.

gut finde ich, dass man deinen texten die beschäftigung mit den klassikern (tucholsky usw.) anmerkt. weniger gut ist: du bringst die sachen nicht auf den punkt, sondern verschleppst dein thema mit vielen ausschweifungen gleichmäßig über den ganzen text (beim ankerplatz stört das nicht, denn man weiß immer, dass es um liebe geht). gesungen könnte dem dann keiner mehr folgen. [...] der brei wird auch noch verstärkt dadurch, dass du dir selbst sehr unsicher bist, wohin das alles hinauslaufen soll. versuche, auch wenn du nur fragen hast, dich selbst und deine haltung doch stärker einzubringen.

Bis heute bin ich der Meinung, dass diese Unsicherheit so sein muß und auch gesungen genauso sein muß (Mein "Abgesang" war ein eignes Phänomen) - aber das Gefühl ernstgenommen zu werden schenkte mir viel. Und die "kollegialen Grüße" am Schluß machten mich um einiges größer. Er bat mich meine Texte ins Forum seiner (auf vielfältigste Weise der Musik und eben nicht nur sich selber gewidmeten) Homepage zu stellen - verfolgte selber die Diskussionen - und so folgte zwei Mails später etwas, was eine meiner persönlichen Sternstunden wurde:

habe eben erst deine neuen textreinstellungen bei den gästetexten gesehen und gelesen. da ist fast alles das, was ich deinem kriegssong negativ angelastet habe, in ordnung. du weißt es also selbst. ich freue mich, dich kennenzulernen. kurt

Ich schreibe alles das nicht weil ich von mir selber reden wollte. Es geht mir um die persönliche Art und Weise. Um die menschliche Ader und um die spezielle Liebe zur Musik.

Denn heute erfahre ich gleich zwei unangenehme Nachrichten aufeinmal. Kurt Demmler war seit kurzem inhaftiert und stand unter Anklage wegen Mißbrauchs. Die ganzen Details erspare ich hier bewußt dem Leser und mir - und weiß auch gar nicht was die Wahrheit ist. Glauben mag ich es allerdings nicht. Am Dienstagmorgen fand man ihn tot in seiner Zelle. Erhängt. Jedoch ohne Abschiedsbrief und ohne dass es vorher auch nur den geringsten Verdacht gegeben hätte.

Kurt - das sieht für viele so verdammt nach einer Eingeständnis aus. Aber wie eng muß es gewesen sein. Wie verzweifelt. Und wie sehr fehlst Du grade, wie sehr hat mich das aus dem Tritt gebracht. (edit: Kurt, inzwischen habe ich da ein anderes Wort: das ist feige - und nimmt den Eindruck von Schuld nicht von Dir. Und trotzdem würde ich mir wünschen Du hättest Dich Deiner Verantwortung gestellt und ich wünschte Du würdest noch leben.)

Es ist schwer hier einen Nachruf zu verfassen der allen gerecht würde. Und vielleicht muß er das auch gar nicht sein. Ich wünschte ich hätte in den letzten zwei Jahren doch nochmal mit ihm gemailt. Es schlief halt einfach so ein. Und weil das hier mein eigenes Blog ist, erlaube ich mir das mal zu schreiben: Es erschüttert mich zutiefst, wenn ein Mensch stirbt, umsomehr, wenn es seine eigene Entscheidung zu sein scheint. Aber seine Lieder, die bleiben. Und die sollten auch bleiben. Weil sie von einer besseren Welt singen. Und genau das ist (selbst wenn die Vorwürfe stimmen sollten) das zutiefst menschliche: Dass man sich über die angegraute Wirklichkeit erheben kann.

liebe überlebt in uns dank der trennung die
stets in ihrem schatten geht irgendwoundwie
liebe überlebt in uns grad im widerspruch
zu der tage wilden müh'n, mord und ehebruch
[Kurt Demmler, Liebe überlebt uns]



Nachsatz vom 10.2.09: Dies ist mein Nachruf auf einen Menschen, den ich ansatzweise zu kennen glaubte. Und in diesem Kontext erlaube ich mir auch um seinen Tod zu trauern. Andere Gefühle überwiegen aber und werden immer stärker - daher verweise ich hier auf die aktuelle Zusammenfassung meiner Gedanken...
3.2.09 13:29


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