Tobias' Gedanken

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- J.R.R. Tolkien

Korrektur benötigt...

"Sprach Oliver: Nicht hab ich Lust zu reden
Ihr wolltet Euren Olifant nicht blasen,
Nun sollt Ihr nichts von Karl, dem Kaiser haben."*

[Rolandslied]

"tolkien war südafrikaner. in südafrika gibts ne sprache die afrikaans heißt in der olifant das wort für elefant ist.....also sind elefanten olifanten sind^^"
[Forum von haefft.de]

So verlockend diese Erklärung ist - hier ist wahrscheinlich Vorsicht geboten. Denn auch wenn Tolkien Anfang 1892 im südafrikanischen Bloemfontein geboren wurde, war er doch Sohn englischer Eltern - und verließ mit seiner Mutter schon 1895 das Land - ursprünglich nur für einen Urlaub, nach dem Tod des Vaters aber dann doch für immer.

Mag sein, dass er in dieser Zeit das Wort aber durchaus aufgeschnappt hat - Auslöser dürfte beim sprach- und literaturbegeisterten Tolkien aber eher das Rolandslied gewesen sein.

Die Frage, die er sich wohl für gewöhnlich in solchen Momenten zu stellen pflegte, wäre dann gewesen: "Was macht das afrikaanse Wort für 'Elefant' in einem europäischen Werk? Wie kam das Wort hierher?" Und das mit einem gewissen Schmunzeln, denn als Sprachwissenschftler wußte er nur zu genau, dass das Wort genau andersherum von Europa (lat./gr.) in das "africaans" gewandert war. Denn das ist eine Sprache, die vornehmlich vom Niederländischen beeinflußt wurde.

Zu ähnlichen Wortgeheimnissen in Tolkiens Werk empfehle ich jedem Tolkienleser die Veröffentlichungen von Tom Shippey aus Wärmste. Dann fängt der Text nämlich erst so richtig an zu knistern und zu schillern.

- Varianten auf Wikipedia
- Wikipedia zum Tolkienschen 'Olifant'
- Olifant in der afrikaansen Wikipedia
- Kuriosum: Abul Abbas, Elefant Karls des Großen (Rolandslied!) Wikipedia

* im Original: 'Dist Oliver: «N'ai cure de parler.
Vostre olifan ne deignastes suner,
Ne de Carlun mie vos n'en avez.'
[Chanson de Roland in der Bibliotheca Augustana]
17.3.08 14:57


Herr der Ringe Relecture Reloaded

So, wir fangen nochmal an - Der Stephanski hat jetzt einen Blog (http://devorar-un-libro.blogspot.com) eröffnet, der erst mal nur dazu dient, dass wir zwei parallel den Herrn der Ringe auf Englisch lesen - und jeder dann seine Beobachtungen mitteilen kann. So wie ich das verstehe tut er das in seinem Hupattext und ich werd mich dann in den Kommentaren einfach mal einschalten ;-)

Sehr empfehlenswert gerade für ein Lektüre im Orignaltext sind die zwei grandiosen Analysen von T. Shippey, von denen mit ein paar Jahrzehnetn Verspätung nun auch bald das zweite auf Deutsch erscheinen soll...
7.5.07 21:06


Den Tod verdient...

"Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends."
(Gandalf über Gollum in: J.R.R.Tolkien, Lord of the rings, London 1995, 58.)

"Viele Lebende verdienen den Tod. Und manche die sterben verdienen das Leben. Kannst Du es ihnen geben? Dann verurteile nicht zu schnell zum Tod. Denn selbst die sehr Weisen können nicht alle Enden voraussehen." (Selbstangefertigte Übersetzung)
6.5.07 18:55


Relecture Lord of the Rings I

Ich weiß noch ziemlich genau, dass ich beim ersten Lesen mit 18 Jahren (so ungefähr jedenfalls...) die ersten hundert Seiten des "Herrn der Ringe" eher als notwendiges Übel nahm. Abgesehen davon, dass ich wußte dass es spannender werden würde, hatte ich durchaus den Eindruck, dass der Text das vorbereitete (und falls es nicht spannender gewesen wäre hätte sich der Aufwand am Anfang ja nicht gelohnt).

Jetzt lese ich langsamer das Ganze nochmal auf Englisch und merke, dass man einige wunderbare Momente verpasst, wenn man zusehr auf den Gesamtzusammenhang ausgerichtet ist, bzw einfach in einem über alles hinweg liest. Die einzelnen Sätze sind an vielen Stellen wie Poesie miteinander verknüpft, gehen über ein einfaches "Und dann, und dann, und dann" hinaus.

Schon die Beschreibung der Hobbits in ihren Taten, hrem Klatsch und Tratsch im Wirthaus und der genauen Unterscheidung der Charaktere dabei erinnert mich an meine Jugend, die Geburtstagsvorbereitungen schwelgen in Wortkunst. Und mittendrunter gibt es immer wunderbare Sätze, bei denen man meinen kann Tolkien lächeln zu spüren.

So auch bei dem wunderbar ziterfähigen folgenden:

"I don't know half of you half as well as I should like;
and I like less than half of you as well as you deserve."
This was rather unexpected and rather difficult.
There was some scattered clapping,
but most of them were trying to work it out
and see if it came to a compliment.

[J.R.R. Tolkien, Lord of the Rings, London 1995, 29.]

("Ich kenne nicht die Hälfte von Euch so gut, wie ich gerne würde;
und ich mag weniger als die Hälfte von euch so sehr wie sie es verdient."
Das war eher unerwartet und ziemlich kompliziert.
Es gab vereinzelten Applaus,
aber die meisten versuchten es zu verstehen
um zu sehen ob es ein Kompliment war.)
3.5.07 10:44


Fundstück der Woche

Irgendwo in einer Amazon-Lieblingsliste als Kommentar zu "The Hobbit", also der englischen Ausgabe:

"In der Originalversion sind keine Übersetzungsfehler."
1.5.07 00:12





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