Mit dem letzten Triumph im Nacken starteten die Deutschen das Spiel. Da! - fünfzehnte Minute - der spanische Stürmer muß niesen. Ein Raunen geht durch die Reihen der weißbekleideten Spieler. "Spanische Grippe" hört man flüstern. Plötzlich spielt man Standfußball, klassisch, deutsch, rasenschonend. Wir lernen: Wenn man die Hosen voll h...at beeinflußt das die Beweglichkeit.
Warum ein deutscher Verlag auf einmal hektisch wird, eine Rückrufaktion für eine Rezeptkarte (inklusive "man nehme: etwas Fingerhut") startet und damit sich selber am Image sägt findet sich auf boersenblatt.net. Wie allerdings jemand so schwachsinnig sein kann so eine mittelgare Marketingidee tatsächlich in die Realität umzusetzen ist mir schleierhaft...
Schon alleine um schneller zu sein als Steve, der ja nicht müde wird auch dann über Tauss zu berichten, wenn eigentlich gar nichts neues zu berichten ist, weil der Prozess noch läuft nud keine spektakulären Erkenntnisse dazukamen:
Das Urteil ist gefällt, Tauss wurde zu 15 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Das Gericht geht davon aus, dass er sich Videos mit Kinder- und Jugendpornographie aus privatem Interesse besorgt hat.
Wie das genau zu beurteilen ist, in welcher Relation das Urteil nun zu verstehen ist (Ist es besonders hart oder doch eher milde?) - überlasse ich Fachleuten. Und hoffe auf einen Eintrag von Udo Vetter vom lawblog
Zudem: Wie geht jetzt die Piratenpartei vor? Schließt sie ihn tatsächlich aus, wie angekündigt?
Wobei ich bleibe: Selbst wenn er schuldig ist wäre mir daran gelegen seine Behauptung nachzuprüfen. Davon höre ich aber leider so überhaupt gar nichts in den Medien. Wenn aber wirklich die Verbreitung von Kinderpornografischem Material eher über Handy und Post per "hartem Datentrger" statt im Internet geschieht und somit die angeblich dringend erforderlichen Massnahmen im Netz nur ästhetische Korrekturen sind, das eigentliche Geschäft derweil aber blüht und gedeiht... dann wäre das eine Politik des "Solange ichs nicht sehe existiert es nicht". Zudem: Selbst wenn die Untersuchung herausbrächte, dass er Unrecht hat, wäre auch das ein Erkenntnisgewinn.
Da hat ein selbsternannter Star eine eigene Fernsehshow.
Kein A- oder B-Promi, auch nicht so wirklich C - und in meiner persönlichen Kategorie als Ih-Promi einsortiert. Sein Name klingt für mich immer wie "Harter Schanker" - aber natürlich heißt er ganz anders...
Genaugenommen ist er mir im Kinobetrieb nichtmals ganz unbekannt.
Nun hat der für seine neue Show drei glitzernde Damen in ebensolchen hautengen Kleidern mitgenommen, einen Mann mit einer Kamera und einen der ihm fürs bepuschelte Mikro die Stange hält.
Auf dem Funk höre ich die Security beim Vorgesetzten anfragen, ob es eine Genehmigung für Filmaufnahmen im Haus gibt - und das wird kurz geklärt.
Ob nun der Herr das tatsächlich falsch vermittelt bekam, falsch verstand oder absichtlich mißachtete sei dahingestellt. Jedenfalls spazierte die Kombo plötzlich in den zweitgrößten Saal hinein. Mit eingeschalteter Kamera. Und das war eben nicht genehmigt. Also mußte die Security höflich hinausbeten.
Soweit, so gut.
Nur dass die gleiche Kombo es vier Säle weiter dummdreist einfach nocheinmal versucht und direkt in den Kinosaal hineinspaziert - das geht dann nun mal so gar nicht.
Mutig der Kollege, der sich dann demonstrativ vor die Tür stellte und andeutungsweise mit Hühnerscheuch-Armbewegungen in Zeitlupe den Rückzug anmahnte. Und dabei lediglich sagte: "Sie haben ja am ersten Saal schon gesagt bekommen, dass Sie in den Sälen nicht filmen dürfen..."
Stellt sich der Promi neben ihn, die Kamera ruckt herüber. Und der intelligenzbefreite Blondschopf sagt einen einzigen Satz um danach das Mikro unter die Kollegennase zu fuchteln - um die Reaktion einzufangen.
"Ich fand 'Ninja Assasin' ja einen bedrohlichen Film."
Als ich diese Geschichte erzählt bekam verstand ich entscheidende Sekunden lang die Pointe nicht. Da ich meinen Kollegen einfach nur mit seinem Namen, nicht aber mit seiner Herkunft verbinde. Dass er Asiate ist, bleibt mir 90% der Zeit gänzlich unbewusst. Zugegeben: Manchmal da foppen wir uns gegenseitig. Aber da bekomme ich als katholischer Theologiestudent und potentielles Harry Potter Double eben auch entsprechendes zu hören.
Er tat das Beste was möglich war, blieb möglichst unaufgeregt, sagte "Ihre Witze waren noch nie so prickelnd, Herr P." und fügte noch hinzu: "Es gehört übrigens zu meinem Persönlichkeitsrecht, dass Sie die Kamera jetzt abschalten."
Und mich beschäftigt die ganze Zeit zweierlei: Dass in diesem Land über einige Zeit von Rundfunkgebühren ein Mann bezahlt wurde, der für eine Fernsehshow über Ausländer Witzchen macht. Und dass sich mit aufgenommenem Material und einem etwas weniger entspannten Kollegen gegebenfalls eine skandalöse Nummer hätte zusammenschneiden lassen, die mit der Realität nicht zu tun gehabt hätte, besagten Promi aber in ein Helden- oder zumindest Märtyrerlicht gerückt hätte, das ihm nicht zusteht. (Ich deute nur vorsichtig an, dass er einmal bei uns seine VIP-Karte nacheinander an zwei Kassen benutzte und somit zwei komplette Eintrittskarten erschummelte, ohne dass bei ihm Gefahr besteht am Hungertuch zu nagen...)
Und so heiterte mich nur die Episode auf, die ein türkischer Kollege mal erzählte. Dieser hat ein Format wie ein mittelhoher Kleiderschrank - und traf eines Abends in einer Kneipe auf den Herrn. Er trat neben ihn, legte ihm seinen muskelbepackten Arm auf seine Schultern, sah ihn aus seinen kastanienbraunen Augen an und fragte liebevoll: