Tobias' Gedanken

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- Träume

Vielleicht doch mal zum Therapeuten...

Der Traum gerade lief irgendwann zwischen 10 und 12 Uhr morgens ab. Mehrere Kapitel in der eigentlichen Bedeutung von Sinnabschnitten, innerhalb deren die Personen konstant waren, die aber von Kapitel zu Kapitel seltsame Änderungen durchliefen. Diese Collagentechnik erinnert im Nachhinein stark an Michael Endes "Spiegel im Spiegel".

Stilistisch, motivtechnisch ein Mix aus Enid Blyton, Michael Ende, Veronica Mars und ich möchte schwören ab und zu hat Alfred Weidenmann Regie geführt. Die dramaturgischen Feinheiten und eigenen Logiken beginnen erst jetzt beim Nachdenken für mich seltsame Erklärungen zu liefern. Ich glaube nicht an Traumdeutung ("Wer versucht sich im Traum selber oral zu befriedigen wir deinmal sehr reich werden" u.ä.) aber ich glaube dass einem Träume durchaus sagen können, womit man sich unbewußt (wußten Sie's? Es gibt kein Unterbewußtsein. Nur ein Unbewußtes.) beschäftigt. War ich als Schüler mal in zwei Mädels gleichzeitig verknallt hab ich einfach gewartet bis der erste Trum über eine von beiden kam - und ob sie darin eher liebesnwert oder nicht liebenswert wirkte (übrigens ganz gleich was sie in dem Fil tatsächlich tat).

Soweit ich mich jetzt zurückerinnern kann beginnt alles mit einem Polizeieinsatz. Mein väterlicher Freund, augebildeter Chef einer Soko, dessen Namen ich den ganzen Film über nicht kennen lerne verfolgt einen gefährlichen Verbrecher. Einziges Erkennungszeichen dieses Menschen ist ein bestimmtes Motiv aus einer Mozartoper (das allerdings nur im Traum, nach dem Aufwachen bin ich sicher, dass diese Melodie garantiert nicht von Mozart ist und auch nicht annähernd so klang.) Zufällig bin ich mit ihm unterwegs, als diese Meldoie zu hören ist. Wir versuchen sie zu orten - und landen vor einer überdimensionalen Kirche. Mitten in die Stadt gebaut kann man nie genug Abstand von ihr nehmen um sie ganz zu sehen. Ihre Mauern gehen scheinbar unendlich in die Höhe. Sie ist verklinkert und hat damit einen leicht angedreckten und nicht mehr strahlende rote Wärme. Die Melodie wird inzwischen deutlich von einer Orgel gespielt. Vor dem (Seiten-?)Portal findet mein Bekannter einen gefütterten Briefumschlag mit einem Funkgerät (für spätere Kontaktaufnahmen bei der Geldübergabe, nehme ich an), wirft kurz einen Blick hinein und legt ihn dann zurück. Ich weiß genau, warum er das tut, weil ich ihn kenne. Er geht nicht auf die Anforderungen des Erpressers ein. Er ignoriert sie bewußt, um ihn aus der Reserve zu locken.

Wir gehen zurück zum Auto. Mein Freund geht mir zu langsam, ich warne ihn. Ich weiß, dass das Ganze eine Falle ist. Wir müssen schleunigst zum Wagen. Ich rede mit Engelszungen auf ihn ein, und wir beeilen uns, auch wenn es mir immer noch zu langsam geht, als wir den Wagen um eine Kurve schieben müssen, weil er sonst vom Eisentor zerkratzt worden wäre.

Wir fahren eine Straße entlang, bis wir eine kleine Ansammlung von Häusern erreichen, die noch vor uns liegen. Dort wohnt wohl der Kopf einer Verbrecherbande, so wie man das aus "Fünf Freunde"-Büchern kennt. Später erfahre ich, dass er Tony Grendel heißt. Alles ist von emotinalem Nebel umwoben. Man weiß nichts genauaes, aber das was man weiß ist beunruhigend. Er ist ein Berbrecher, dem man schon ansieht, dass er einer ist, obwohl er überhaupt nicht zu sehen ist. Traumlogik halt.

Wir nähern uns den Häusern nicht ganz. Aus irgendeinem Grund fahren wir zurück, versuchen wohl die ganze Zeit der Gefahr aus dem Weg zu gehen. Ich treibe zur Eile, spüre die Panik im Nacken, weiß dass unsere Verfolger schon längst auf unserer Fährte sind, bzw. - wie sich kurz darauf zeigt - uns vielleicht auch schon wieder voraus waren. Denn auf dem Rückweg macht die Straße eine zu scharfe Linkskurve - ud unser Wagen fährt für Sekunden nur noch mit einem Rad auf der Straße, der gesamte Rest schwebt über dem Abgrund. Und gleichzeitig vermute ich dass unsere Feinde die Straße verändert haben, denke "jetzt ist alles aus" und eine seltsame Ruhe tritt ein - und trotzdem werfe ich mich in trotzigem Nichtstrebenwollen auf die Fahrerseite.

Der Wagen ist seltsam deformiert, quasi auf der Seite liegend wie ein deformierter Kastendrachen verzerrt, über die logische Möglichkeit hinaus verzerrt. Ich schiebe mich schräg seit-vorwärts über meinen Freund hinweg, bevor ich ganz aus dem Wagen heraus bin, greife ich nach der Hand meines Freundes, ziehe ihn hinaus, damit der Wagen nicht mit ihm zusammen abstürzt.

Ich kann ihn hinaus ziehen. Ich schreie auf ihn ein, obwohl ich mich selber nicht höre. Ich weiß, dass ich verloren habe, sobald ich ihm eine Chance gebe aufzugeben. Weil er dann einmal in sich zusammenfällt und nicht mehr von der Stelle bewegt werden kann. Und wir dann von denen gefunden werden, die wir fliehen.

Ich schreie, brülle, trommle auf ihn ein, schaffe es, dass er aufsteht und sich an mir festhält. Ich habe keine Ahnung, ob von der linken Seite ein Auto um die Ecke geschossen kommt, vermute, dass genau dass die Falle ist, in die wir laufen sollen - und wage es trotzdem, ganz einfach weil es keine Möglichkeit gibt anders hinüber zu kommen - und weil es dann egal ist, wann man es versucht, bzw. es gefährlicher wird, je länger man wartet.

Auf der anderen Seite angekommen braucht es nur wneige Schritte nach rechts bis zum ersten Haus. Viel weißer Kunstoff, abgedämpfte Neonröhren - ein Arztschild, aber die Uhrzeit viel zu spät. Ich öffne die Tür trotzdem, schleppe ihn hinein, der Freund wird zur Vaterfigur, die ich retten will, der sich an mich klammert, der viel zu viel redet, so dass ich Angst habe, dass er uns verrät, unseren Feinden einen Hinweis gibt. Eine Frau in Krankenschwesternmontur sitzt da, sagt sie habe schon geschlossen - ich weise nur sprachlos auf das Wrack in meinen Armen, bitte um eine Spritze, damit er wenigstens für eine Zeit schmerzlos ist - und habe in Wirklichkeit meine eigenen Gründe. Denn er versucht seit der Rettung mich zu küssen. Auf den Mund. Mit Zunge. Es ist mir unangenehm. (Nur fürs Protokoll - nein. Keine traumatischen Erlebnisse in der Wirklichkeit. Träume sind halt so, Verzeihung.) Vielleicht ist es Dank, vielleicht ist es etwas, was man in alttestamentlicher Zeit für ganz normal hielt - und das Irritierendste - es ist mir nicht 'an sich' unangenehm, ganz im Gegenteil. Es ist etwas auf das ich viel zu lange warte - nur von der falschen Person. Und so hoffe ich, dass die Spritze endlich für Erleichterung sorgt.

Und das tut sie buchstäblich. Denn der alte Mann lächelt, verstummt und plötzlich kann ich ihn problemlos tragen. Er ist um meinen Rücken geschlungen, sein Mund an meinem rechten Ohr, die Füße an meiner Linken. Obwohl der Eingan ebenerdig war verlassen wir das Haus indem wir ein oder zwei Etagen Treppen abwärts gehen müssen. Im Treppenhaus begegnen wir einer Gruppe junger Menschen. Bärtig, so wie ich mir wahrscheinlich bayrische Mittzwanziger der 70er vorstelle. Auch sie verlassen das Haus. Den Vaterfreund habe ich unter dem Schutzcape, das ich plötzlich trage.

Ich habe Angst. Ich mißtraue ihnen. Glücklicherweise fahren gleich zwei Busse auf die Haltestelle direkt vor dem Haus zu. Ich weiß nicht, welchen ich nehmen soll, um zurück zu fahren (wohin?), aber ich will den nehmen, in den die Gruppe nciht einsteigt.

Im Bus halte ich den Vaterfreund verbogen, studiere den Busplan. Aber die Spritze scheint nicht gewirkt zu haben, er redet mir ins Ohr, die Stimme ist weiblich, erinnert an Circe und ihre ganzen Töchter im Geiste. Erneut das Gefühl von Küssen, auch wenn man als Zuschauer wahrscheinlich gar nichts sehen würde. Aus der Rückschau kann ich es nur als absolut gestiegertes Gefühl des Unwohlseins, der absoluten Blamage beschreiben, das trotzdem nie groß genug werden kann, dass ich den Grund der Peinlichkeiten einfach am Straßenrand liegen lasse.

Seltsamerweise kann ich den Busfahrplan zweimal nacheinander lesen. Irgendwann las ich, man könne im Traum nicht einen Text zweimal lesen, ohne dass sich dieser verändere. Aber hier funktioniert es.

Der Bus fährt einen Kreis. Er kommt von Frechen, die anderen Stationen sind mir gänzlich unbekannt - und als ein Hafen auf der rechten Seite vorbeizieht weiß ich nicht mehr wirklich wo wir sind, entscheide aber, auszusteigen.

Den Hafen an sich mag ich. Er ist auf eine unbeschreibliche Weise "schön". Kurze Zeit fahre ich mit einem Fahrrad und kleine Jungen legen sich auf den Boden, damit ich mit dem Rad über sie springe. Dreimal mache ich das. Und jedesmal gelingt es. Dann sind wir wieder aus dem Hafengebiet raus - und befinden uns mitten im Stadtgebiet - und doch an der Stelle von der aus man die Häusergruppe sehen kann und wo wir vorher wendeten. Aber man sieht keinen Weg. Es geht schräg links abwärts zu den Häusern und genau entgegengesetzt aufwärts einen verschneiten Hügel aufwärts, der so steil ist, dass es nahezu unmöglich ist, hinaufzukommen. Wäre der Bus weitergefahren, so weiß ich inzwischen sicher, wäre er am Hansaring ausgekommen. Und nur im wachen Zustand frage ich mich, wo denn in Köln der Hafen sein soll.

Ich sehe hinauf. Und es ist eine dieser Szenen, die in Zeitlupe ablaufen, bzw. bei denen die Zeit still zu stehen scheint. Der sanft abgerundete Gipfel ist zum Greifen nah, sacht fällt sehr dünner Schnee und dahinter ist ein abgedämpftes lila-rosa-gelbes Leuchten, das eher an die Beleuchtung von Autobahnraststätten als an Kitschpostkarten erinnert. Und trotzdem weiß ich: „Das ist der Himmel. Da kommen wir hin, wenn wir sterben.“ Und weiß nicht weiter, weil ich weiß, dass dieses Hindernis nicht zu überwinden ist. Denn ich sehe zwar Fußspuren vor mir, aber wenn ich versuche in sie hieneinzutreten, rutsche ich ab, weil sie vereist sind. Der Hügel ist zu steil, der Schnee gibt immer wieder nach. Und der Vaterfreund im Rücken hält nicht still, bewegt sich, umarmt mich zu sehr, flüstert mir ins Ohr, ich spüre Küsse im Nacken, auf den Wangen – und doch überfällt mich eine große Ruhe, als ich bergauf in die Ewigkeit blicke – die so gar nicht ewig aussieht.

Und dann erst erkenne ich das Treppengeländer zu meiner rechten. Simple Eisenstäbe die im Eis stecken und an denen ein doppelter Handlauf befestigt ist. Darunter ist ab und an im Schnee noch die aufsteigende Marmormauer zu sehen, in der das Geländer befestigt ist. Und ich verstehe: Unter dem Eisschnee sind Stufen. Aber ich kann sie nicht nutzen. Und improvisiere. Ich greife nach den senkrechten Eisenstangen und hangele mich an ihnen aufwärts. Und plötzlich geht alles sehr schnell und einfach. Und wie schon ein paarmal vorher merke ich wieder, dass ich problemlos aufwachen könnte und entscheide mich doch wieterzuträumen. Ich will wissen, wie es weitergeht. Ich will wissen wie es endet.

Szenenwechsel. Wie wenn man im Film von außen nach innen wechslet ohne die Tür zu zeigen. Die Räumlichkeit hat etwas unteriridsches, muß also irgendwie in den Berg hineingebaut sein. Alle Wände sind aber gemauert und im modernen Stil verklinkert wie ein frisch gebauter Ubahn-Bau. Der Weg geht immer auf und ab, nie waagerecht, hat aber keine Abzweigungen, Die Gedanken an Verfolger sind nur Logik, keine Emotion.

Und dann treffe ich auf Frau Sensen. Die betreibt hier ein Café. Und das besteht nur aus einem sehr engen Raum, vielleicht stehen zwei-drei Tische drin, aber ich erinner mich nur an drei Hocker und eine Holzplatte auf Brusthöhe. Ich lege mit meinem Cape auch de Vaterfreund ab. Teilweise fühle ich mich sicher, teilweise kann ich einfach nicht mehr. Die Reise hat kein Ende und den ganzen Weg schaffe ich nicht. Seltsamerweise scheint niemand sonst zu sehen, dass ich unter dem Cape jemanden verberge. Und für einen kurzen Moment die Assoziation an einen Kobold, der jeweils nur von einem einzigen Menschen gesehen werden kann.

Ich rede kurz mit Frau Sensen. Sie ist rauh, ruppig – aber nicht gefährlich. In ihrer Funktion ähnelt sie den Bediensteten in „Fünf Freunde“-Abenteuern, die mitten im Räubernest noch für ein wenig Schutz sorgen. Das Gespräch mit ihr ist kurz und ineffektiv.

Und dann spüre ich ihn, bevor ich ihn sehe. Plötzlich hört man seine Stimme. Er spricht mit Frau Sensen, wie man mit einer Angestellten spricht, von der man verlangt, dass sie einen hört, selbst wenn man erst durch den Gang vor der Tür läuft.

Und ich kenne jetzt meinen Namen. ich weiß dass ich Oskar „X“ bin.

Seine Stimme hat etwas höhnisches. Verletzt einen gerade durch die süffisante Freundlichkeit. Und wahrscheinlich weiß er auch, dass ich schon hier bin.

Denn als er mit dem Satz „Und wenn Sie Oskar X sehen, dann fragen Sie ihn doch mal, ob er schon um die seltsamen Umstände bei seiner Geburt weiß.“ durch die Tür tritt und mich sieht, da ist sein Blick zwar erstaunt – aber ich glaube es ihm nicht.

Und wache auf, ohne es verhindern zu können. Und hätte zu gerne gewußt, welches düstere Geheimnis mein Traum noch für mich gehabt hätte.
11.3.08 13:50


Turning Point Himmelfahrt

In der Nacht zu gestern geträumt:

Eine lange und wirre Verfolgungsjagd, die mehr oder minder in einem Auto begann. Ich saß auf dem Rücksitz und der Fahrer stieg kurz aus und sagte "Ich bin gleich wieder da." Kurz darauf springt ein junger Dunkelhäutiger (Jamaikaner? - zumindest kenn ich den Mann in der Wirklichkeit 50 Jahre älter) auf den Fahrersitz und startet. Ich protestiere, kann noch rechtzeitig aus dem Wagen springen und fliehe. Der andere verfolgt mich (zu Fuß). Ich bin immer exakt eine Ecke weiter, kann mich immer dann gerade hinter eine Mauer werfen (einmal mit elegantem Vorwärtssalto über eine Haltestange), bevor er auf der Bildfläche erscheint. Das Ganze geschieht wie in Zeitlupe, bis ich das ganze betrachte wie einen Film, den ich selber plane, indem ich ihn erlebe.

Dann erreiche ich ein Hochhaus und klettere (ohne zu wissen warum) von aussen an ihm hoch. Es ist wie Alice Sturz - nur anderherum, denn unterwegs sehe ich auf jedem Stockwerk skurille, bzw. seltsam dekorierte Balkone, und vielleicht schweben auch manche Gegenstände nur vor den Fenstern.

Währenddessen ist mein Verfolger im Treppenhaus unterwegs, verpasst mich immer knapp, wenn er auf einen Balkon stürzt, klettert aber nie hinter mir her, sondern nutzt die Treppen.

Beim Klettern halte ich (in bester Krazy-Kujo-Manier) nur mit den Händen die Regenrinnen, Balkongitter oderwasauchimmer, mein Körper schwebt leicht nach hinten gebogen.

Und kurz bevor ich die Spitze des Hauses erreiche mache ich mir tatsächlich Gedanken darüber, wie man diesem Film ein würdiges Ende geben könnte. Das in sich stimmig ist, und eine Sinntiefe hineinlegt, die das Ganze aus dem Albernen heraushebt, was ich gerade empfinde.

Und plötzlich verstehe ich, dass ich die Lösung bereits in der Story angelegt habe, dass sie in meiner einen Fähigkeit besteht, die ich in vielen Träumen gelernt habe.

Und so erreiche ich den obersten Balkon und stehe dort für einige Sekunden bis der Verfolger zur Glastür herausstürzt. Und in aller Seelenruhe stoße ich mich rückwärts mit den Füßen ab, bleibe kurze Zeit auf knapp-über-Armeslänge und fliege dann davon.



Heute nacht träumte ich dann schon wieder von Scuol. Immer wieder kehre ich im letzten jahr in meinen Träumen dorthin zurück. Und suche einen See und eine Kirche. Ersteres gibt es dort in der Realität gar nicht. Aber wenn ich träume habe ich das unglaublich warme Gefühl von Heimat.
25.2.08 12:29


Jag das weiße Pferd!

Mal abgesehen davon, dass die zweite Schlafperiode heute nacht wahrscheinlich die fünfhundertste Variation brachte, was mit einem handelsüblichen Klo so alles schiefgehen kann - der letzte Traum grade war mal wieder überraschend kreativ und die Unterbrechung durch den Müllmann enorm ärgerlich.

Alles begann (so weit ich mich erinnern kann) im "Unsere kleine Farm"-Stil. Ich war ein junger Mann, der, von seinen Eltern unverstanden, kurz vor dem Auszug stand. (Und Teile des Traums kamen im Handkamera-Geburtstagsvideoaufnahmen-Stil daher) Und irgendwie war es furchtbar belastend dass die Eltern in bester Absicht alles fix und fertig zusammengespart hatten. Also sich zwar keinesfalls alles leisten konnten, aber alles daran gesetzt hatten um für das neue Leben schon alles zusammenkaufen zu können. Ich stand in einem Moment hinter zwei (sic!) großen Umzugswagen, die altmodischerweise von Pferden gezogen wurden. Und beschloß in einem hochdramatischen Moment (es fehlte echt nur noch das Berliner Filmorchester) die spontane Wahnsinnsidee umzusetzen - und mit Händen in den Hosentaschen einfach aus dem Bild zu spazieren. Die so schwer wiegenden Vorbereitungen einfach zu ignorieren und mein eigenes Leben zu leben.

So weit so gut, da hätte Freud sicher einiges reingelesen - und mir selber fällt das auch nicht schwer... außer dass das nicht ansatzweise auf die tatsächliche Auszugssituation passt. (Da hieß es dankenswerterweise eher "Wir tun für Dich, was wir können und was Du selber einfach nicht tun kannst - aber ansonsten ist das jetzt ganz Dein Leben"... und meine Mama kaufte Bettwäsche in doppelter Ausführung. Auf meine irriterte Frage sagte sie nur "Wenn mal Deine Freundin bei Dir übernachtet solltest Du nicht ohne eine zweite Decke dastehen" Und ich wußte nichtmal sansatzweise woher das Mädel so plötzlich aus dem Nichts kommen sollte... Das passt aber so überhaupt nicht zu dem was ich heute nacht zusammenträumte...)

Jetzt aber kam ein Turningpoint: Über die Schulter hörte ich, dass die Pferde ausgerissen waren und kurze Zeit danach stürmten die auch an mir vorbei. Ich verfiel automatisch selber in Trab und überholte eine Gruppe junger Männer (älter als ich). Als sie erfuhren, dass ich die Pferde wieder einfangen wollte rannten sie skeptisch mit mir mit.

Wir kommen an eine Stelle wo auf der rechten Seite ein Teich ist. Es gibt ein schnufendes Geräusch wie im Zoo und ein Tier taucht direkt am Ufer aus dem Wasser, dessen Körper so schwarz schimmert wie das bei nassen Robben vorkommt. Der Körper ist abert konturlos, bzw. dauerend wechseln und von Sekunde zu Sekunde bedrohlicher. Es springt aus dem Wasser, kugelt-rennt einmal quer vor uns vorbei und taucht wieder in das Wasser, das plötzlich auch links von uns ist. Ich brülle hinter dem Tier her um es noch einmal zu sehen. Die Gruppe um mich rum läßt ein warnend-erschrockenes "Pscht!" hören. Und das selbe Geräusch folgt auch aus dem Wasser, wo das Tier gerade abgetaucht ist.

Wir verfolgen wieder das Pferd, müssen dazu in eine nächtliche Stadt hinein, deren Straßen verzweigt und ansatzweise voller Nebel sind. Ich habe keine Ahnung wo wir sind, inzwischen spaziert meine Mutter mit mir mit und sagt sie kennt sich aus. Anscheinend sind wir in Aachen und ich bekomme auf der inzwischen verlangsamten Pferdejagd nebenbei all die Ecken erklärt, die sie noch aus ihrer Kindheit kennt. An der Stelle ist mein privater Traumkinoschreiber mal wieder verblüffend realistisch, denn ich glabue ihr tatsächlich die Geschichte, als sie auf Becherdeckel zeigt, die auf einem Poster zu sehen sind und sagt, die hätten sie sich früher beim Spielen "zugemorst". Es klingt plausibel, wie ein Spiel dass Nachkriegskinder eben auf dem Schulhof spielten. (Und im realen Leben hab ich von so was noch nie gehört *wunder*)

Wir brauchen eine Pause und meine Mutter kennt noch eine nächtliche Aachener Restaurant-Kneipen-Disco. Wir begegnen einem Mann und einer Frau, die sich offensichtlich nicht kennen. Der Mann fragt die Frau, ob sie nicht für ihn klingeln könnte. Meine Mama erklärt mir, dass man in Aachen nachts immer bei irgendeinem Anwohner klingeln muß, wenn man in eine Disco will (scheinen die Türsteher abgeschafft zu haben) und sich das deshalb viele nicht mehr trauen, weil es ihnen zu peinlich ist die Anwohner aus dem Bett zu klingeln. (Hierzu gibt es tatsächlich zwei reale Quellen woher die Ideen kommen...)

Wir folgen dem Mann, der nun doch klingelt kommen ins Haus rein, es folgen ohne Unterbrechung ein paar Kamerafahrten a la Disney durch Gänge und Türen und steigen schließlich eine längere Wendeltreppe hoch, die durch mehrere Etagen von wenigen Quadratmetern führt. Auf jeder sind die wenigen Stühle und Bänke komplett belegt. Im obersten Stockwerk stehen einige Nachtschönheiten in perfekt aufgebrezelter Partykleidung am Geländer. Als wir an ihnen vrobeispazieren sagt eine zu mir "Schickes T-Shirt" - aber da bin ich schon an ihr vorbei. Meine Mutter findet in einem Nebenraum noch zwei Plätze. Auf dem Tisch steht zwar die Musikanlage, aber wir setzen uns trotzdem.

Eine dunkelhaarige großäugige Kellnerin erscheint, fragt was wir wollen, ich bestelle ein Wasser und es folgt ein in sich eigentlich stimmiger aber jetzt vergessener Witz. Ich glaube meine Mutter fragte ob sie ein paar Blatt Papier haben kann. Ich will es eigentlich sofort sagen, warte aber bis die Bedienung verschwunden ist und bemerke dann trocken "Auf einem zweiten Teller. Und bitte schneiden Sie's mir klein." Der ganze Raum lacht scheppernd. Meine Mutter strahlt. Und schräg hinter mir sitzt mein Kinoleiter und meint fröhlich aber ein bißchen zu gönnerisch "Von Ihnen ist das sogar witzig" - klingt eher als wär's ne Beleidigung. Ich versuche freundlich nachzufragen wie er das denn gemeint hat - und da klingelt der Müllmann an der Tür. Letzterer ist dann auch wirklich Teil der Realität. Und ich hätt zu gern gewußt ob ich sonst die Kellnerein abbekommen hätte. Die emotionale Begelitmusik schien das anzudeuten.

Wobei: Halb so wild. Üblicherweise hab ich dann in meinen Träumen geschätzte 5-10 glückliche Minuten und bin den Rest der Zeit damit beschäftigt diesen Frauen hinterherzujagen, weil sie aus irgendwelchen Gründen immer grade nicht da sind wo ich bin... =)
22.1.08 11:47





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