Ich mag keine Städte. Eigentlich nicht.
Denn hier kann man niemandem Blumen pflücken.
Hier kann man so schwer lachen.
Und die Luft drückt auf die Lunge.
Ich mag keine Städte. Eigentlich nicht.
Aber nun bin ich eben hier.
Und bin's gewöhnt und beuge mich äußeren Zwängen.
Aber manchmal da träume ich von Wiesen,
von Bergen und von Wasser
und von immer neuen Abenteuern.
Denen, wo man nicht weiß, wo man ankommt.
Und wo zwischendurch wie aus dem Nichts
ein Bergsee oder ein kühler Wald zum Picknick lockt.
Und das nicht allein.
Denn auf dem selben Weg die unterschiedlichen Eindrücke auszutauschen
das kitzelt meine Seele.
Alte Gebäude finden - und ihre geheimen Gesetze erkunden
bis einem der Muff um die Ohren fliegt
und dann wieder raus, raus, raus - und rennen
bis es einem den Atem verschlägt.
Und mit den Jahren den Schritt aneinander angleichen
und ein gemeinsames Wesen werden ohne sich selber aufzugeben.
Denn das vermisse ich bei so vielen Menschen:
Einen anderen in das eigene Leben wirklich hineinzunehmen.
Ihn in Greifweite lassen und wünschen.
Und nicht das eigene Leben immer zuvorderst stellen.
Man muß nur hinsehen.
Wie Hände zärtlich zu jemand herüberreichen.
Wie Blicke eine Wange streicheln.
Wie Menschen gemeinsam ein Körper zu werden scheinen - weil sie sich nicht mehr voneinander abgrenzen.
Eine gemeinsame Schatztruhe an Erfahrungen, Erinnerungen und geteilten Träumen.
Denn ich möchte wissen, wovor Du Angst hast und was Du erträumst
und ich möchte Dir erzählen, was mich berührt und wofür ich mich schäme.
Und immer wieder gegenseitig sich neu erfinden.
Und lächelnd zurückblicken bevor der Blick verschwimmt.