Ich halte Andrea Berg für eine durchaus sympathische Frau. Nicht obwohl sie Schlager singt - wenngleich auch nicht gerade weil. Menschen müssen ja nicht die gleichen Vorlieben haben wie ich um Menschen zu sein, wo kämen wir denn da hin? Aber sie beeindruckt mich mit ihrem privaten Engagement, ihrer Zurückhaltung den Medien gegenüber - und ihrer sehr persönlichen Sicht auf Leben.
Nun ließ sie jedoch ihr neues Album von Dieter Bohlen produzieren. Und trägt prompt auf dem Cover keinen Büstenhalter. Das ist bildlogisch konsequent. Schließlich heißt das Album ja "Schwerelos". (Es ist auch mutig. Mit vierundvierzig! Da seh ich schon Newoton schmunzeln bevor er die Hand vom Apfel löst.)
Und nach sechs Tagen erhält sie Platin. Und Bohlen sah dass es gut war.
Fragt sich nur - wer ist da wirklich gaga? Bohlen, Berg oder kaufender Pöbel?
Mein Fazit: Schade. Bodenständig wär mir da tatsächlioch lieber gewesen als völlig losgelöst von der Erde.
P.S.: Bevor Sie googlen... Wer keine Socken trägt ist ja auch nicht automatisch nackt...
Ab und an, da spielt das Schicksal gar wunderbare Streiche. Und dann purzelt in einer Zeit von Castingshows und Schnelllebigkeit auf einmal jemand vom Himmel der überrascht und verzaubert.
Jemand, der nicht eine Message hat , sondern etwas zu sagen - und das ganz wunderbar erzählen kann.
Jemand, der nicht laut und effektvoll ist, sondern tatsächlich wirklich Musik machen kann, der rockt und säuselt und auch vor Country nicht zurückschreckt. Und all das: ohne aufgesetzt-konstruierte Rolle sondern mit Persönlichkeit.
Jemand mit einer herzberührenden Mission.
Und eigentlich letztendlich auch jemand, bei dem gänzlich egal zu sein scheint, was andere tun und was er nicht tut. Weil sein Lied selber zählen will anstatt an anderem gemessen zu werden. Weil ich überzeugt bin, dass da jemand er selber sein will und nicht versucht zu imitieren.
Sein erstes Lied auf das ich stieß, läßt nicht nur mein Herz hüpfen und kitzelt in einigen Momenten angenehm mein Sprachzentrum - nein, es besitzt sogar noch ein ganz bezauberndes kleines Video - das wie ein guter Wein mit jedem Anschauen weiterreift.
Darum: Wunderbar, Herr Meyle! Ich habe (und das fühlt sich akut beinahe schon wieder fremd an) tatsächlich ein neues Lieblingslied gewonnen...
Ein neues Lielingslied. Und der Refrain kitzelt mein Herz. Vermutlich weil all das nur angedeutet werden darf, was man eben nicht genau fassen kann. Weil richtige Gefühle meistens gleichzeitig imposant-orchestral und doch so ungreifbar sind. Und vielleicht ein wenig auch, weil es so genau beschreibt, was ich kannte - und nun doch als "gehabtes Gefühl" einsortieren kann. "I am standing at the edge of my world... and that's okay." Exactamento.